Ein Mann betrachtet mit einer Lupe ein Dokument, während ein Schiff und ein Tank für LNG im Hintergrund zu sehen sind.

Worum geht’s?

Am LNG-Terminal in Wilhelmshaven verschärft sich der Streit um die Frage, wie „grün“ das Projekt tatsächlich ist. Anlass ist eine Studie, die die Deutsche Umwelthilfe (DUH) in Auftrag gegeben hat. Sie kommt zu dem Schluss, dass der Import von synthetischem Methan über das Terminal wirtschaftlich nicht tragfähig und energetisch ineffizient wäre. Die DUH fordert deshalb, das Vorhaben endgültig abzusagen. Der Standort liegt im EU-Vogelschutzgebiet Voslapper Groden-Nord.

Hintergrund & Einordnung

Nach den vorliegenden Angaben plant die Deutsche Grüngas Energieversorgungs GmbH (DGGEV), bis spätestens 2044 von Erdgas auf synthetisches Methan umzustellen. Dieses Gas soll mithilfe von grünem Wasserstoff und einem CO2-Kreislauf hergestellt werden. Genau diese Route bewertet die von der DUH beauftragte Studie als zu teuer und ineffizient. Die DUH leitet daraus ab, dass der Verweis auf grüne Gase vor allem dazu diene, den Betrieb eines fossilen Terminals zu rechtfertigen. Sie bezeichnet das als Greenwashing. Das ist die Bewertung der Umwelthilfe, die zugleich Auftraggeberin der Studie ist. Die Ergebnisse sollten daher im weiteren Verfahren unabhängig geprüft werden.

Hinzu kommt der Ort: Das Terminal ist im Vogelschutzgebiet Voslapper Groden-Nord geplant. Umweltschützer sehen darin erhebliche Risiken für die Artenvielfalt. Sie kritisieren zudem, dass Alternativen, die tatsächlich klimafreundlichen Produkten Vorrang geben, in der Planung nicht berücksichtigt worden seien. Nach Darstellung der DUH widerspricht das Vorhaben der europäischen Vogelschutzrichtlinie, weil geschützte Gebiete nicht für industrielle Zwecke umgewidmet werden dürften. Ob das rechtlich so zutrifft, dürften am Ende Behörden und Gerichte klären. Die DUH und weitere Umweltverbände haben rechtliche Schritte gegen die Genehmigungen angekündigt. Die Stadt Wilhelmshaven soll das Projekt ablehnen. Der NDR berichtete unter einer Überschrift, wonach der Stadtrat grünes Licht geben wolle. Den aktuellen Stand der kommunalen Entscheidung konnten wir anhand der vorliegenden Angaben nicht abschließend klären.

Was bedeutet das?

  • Für die ökologische Transformation stellt sich eine Grundsatzfrage: Ist eine spätere Umstellung auf synthetisches Methan ein belastbarer Plan oder vor allem ein Versprechen, das fossile Infrastruktur heute rechtfertigen soll? Die Studie spricht eher für Zweifel, sie ist aber im Auftrag einer Umweltorganisation entstanden.
  • Wegen des Standorts im EU-Vogelschutzgebiet geht es auch um Biodiversität. Die rechtliche Prüfung der Genehmigungen wird zeigen, wie streng der Schutzstatus in der Praxis ausgelegt wird.
  • Das Projekt könnte nach Einschätzung aus dem Umfeld der Quellen als Präzedenzfall für künftige LNG-Importprojekte in Deutschland dienen. Das ist eine Einschätzung und keine gesicherte Entwicklung.
  • Offen bleiben die Reaktion des Betreibers auf die Studie sowie die Entscheidung der Stadt und der Gerichte. Dazu liegen uns keine belastbaren Angaben vor.

Quellen

Greenwashing beim LNG-Terminal Wilhelmshaven bestätigt: Deutsche Umwelthilfe fordert endgültige Absage des fossilen Projekts im EU-Vogelschutzgebiet (dpa.de)

Pressemitteilung der Deutschen Umwelthilfe: Greenwashing beim LNG-Terminal Wilhelmshaven bestätigt (Deutsche Umwelthilfe)

Pressemitteilung der Deutschen Umwelthilfe zum sensiblen Schutzgebiet in Wilhelmshaven (Deutsche Umwelthilfe)

Keine LNG-Terminals für fossiles Gas (Deutsche Umwelthilfe)

LNG-Terminal im Vogelschutzgebiet: Stadtrat will grünes Licht geben (NDR)

Dieser Artikel wurde mit KI erstellt und basiert auf den angegebenen Quellen sowie den Trainingsdaten des Sprachmodells.
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